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Begleiteter Umgang

Was ist Begleiteter Umgang




Vorwort:

Nahezu jede Familie muss schwierige Zeiten durchstehen, Probleme bewältigen und mit Konflikten untereinander umgehen. Manchmal wird die Belastung jedoch so groß, dass die Familie darunter zerbricht und sich die Eltern trennen. Grund dafür sind häufig Beziehungsprobleme der Eltern als Paar, so naches Mal potenziert durch zusätzliche Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Schulden, Erziehungsschwierigkeiten, Alkoholprobleme, sonstige Krankheiten o. ä.

Noch ohnmächtiger als die Erwachsenen, ist das Kind in dieser Situation. Es kann nicht verstehen, warum die Streitereien der Eltern zwangsläufig bedeuten müssen, dass es selbst Mutter oder Vater verliert, obwohl es doch trotz der Auseinandersetzungen Zuhause oder der gespannten Atmosphäre, beide Eltern in jeweils einzigartiger Weise lieb hat.

Eltern ahnen oft, dass es für die Entwicklung ihres Kindes nach der Trennung/Scheidung am Besten wäre, wenn es weiterhin Kontakt zu Mutter und Vater hätte. Aufgrund der angespannten und konfliktreichen Paarbeziehung ist es aber schwierig, dies auch umzusetzen. Die meisten Eltern geben sich alle Müe, ihr Kind aus dem paarkonflikt herauszuhalten. Trotzdem ist es nicht immert möglich zu vermeiden, dass das Kind zwischen den Bedürfnissen der Erwachsenen zerrieben wird.

In dieser Situation kann der Begleitete Umgang eine Möglichkeit sein, diese Last für das Kind ein wenig zu verringern und die Familie im Interesse des Kindes für eine gewisse Zeit durch die vielleicht größte Krise zu begleiten. Dabei gehen wir davon aus, dass sowohl Mutter, als auch Vater ein großes Interesse daran haben, dass es ihrem Kind gut geht und alle Beteiligten mit ein wenig Hilfe von außen in der Lage sein können, ihre Konflikte auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, so dass eine Verständigung über die Belange des gemeinsamen Kindes oder zumindest die Umgangskontakte wieder möglich sind.


Begleiteter Umgang meint die fachliche Begleitung des Prozesses, in dem der abgebrochene oder erschwerte Kontakt des Kindes zu dem Elternteil, bei dem es nicht lebt, (wieder-) hergestellt bzw. entlastet wird, unter Einbeziehung des anderen Elternteils.

Dabei erschöpft sich die Hilfeleistung nicht in einer Begleitung konkreter Umgangskontakte. Diese sind vielmehr eingebunden in einen Beratungsprozess. Hier möchten wir Sie als Eltern sowohl einzeln als auch gemeinsam bei der Bewältigung der schwierigen Aufgabe unterstützen, trotz Trennung als Paar weiterhin Eltern für Ihr Kind zu sein und dies vor allem auch in die Praxis umzusetzen. Die vorübergehende Begleitung der Umganskontakte kann dabei eine Hilfe sein.




Langfristiges Ziel



ist ein unbeschwerter Umgang des Kindes zu beiden Elternteilen, ohne dass es der Begleitung durch eine dritte Person bedarf.

Im Einzelnen sind folgende Ausprägungen des begleiteten Umgangs je nach der individuellen Familiensituation denkbar.




Begleitete Umgangsanbahnung



Bei erstmaligem Kontakt zwischen Kind und Umgangsberechtigtem/r oder nach langer Kontaktunterbrechung




Begleiteter Umgang



Bei erheblichem Konfliktpotential zwischen den Eltern, erschwerten Umgangskontakten aufgrund mangelnder Einhaltung von Absprachen und wegen Verstößen gegen den Grundsatz, das Kind nicht gegen den anderen Elternteil zu beeinflussen




Beschützter Umgang



Bei möglicher Kindeswohlgefärdung durch die/den Umgangsberechtige/n z. B. solange ein Verdacht des sexuellen oder seelischen Missbrauchs ungklärt ist oder bei drohendem Kindesentzug finden die Umgangstreffen in unseren Räumen statt.





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